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Erzgebirge – Motorradfahren zwischen Rennsport und Geschichte 

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Das Erzgebirge gilt als eine der beliebtesten Ferienregionen in Ostdeutschland und reicht über die tschechische Grenze bis nach Böhmen hinein.

Dass das Erzgebirge auch für Motorradfahrer zahllose Highlights zu bieten hat, ist dagegen weit weniger bekannt.

Die folgende Motorradtour bietet Einblicke in die Vielfalt der Region und verbindet Fahrspaß, Technikbegeisterung und Geschichte zu einem besonderen Erlebnis.

Die Tour

Ausgangspukt unserer Tour durch das Erzgebirge ist Oberwiesenthal, unmittelbar an der deutsch-tschechischen Grenze. Am besten erreicht man den Startpunkt über die B95 aus Richtung Annaberg-Buchholz kommend. Autobahnanschluss besteht entweder aus Südwesten kommend über die A72 bei Zwickau, oder für den Westen, Norden und Nordosten Deutschlands über die A4 oder ebenfalls die A72 bei Chemnitz.

Von Oberwiesenthal aus führt Dich die B95 über etwa 12 Kilometer in nördlicher Richtung nach Bärenstein. Dort geht es über die Grenze nach Tschechien. Ab dem Grenzort Weipert führen die Landstraßen 224 und 223 und ab Nova Ves die größere Nr. 7 mit einer Strecke von 42 Kilometern zum nächsten Wegpunkt in Kalek.

Ab Kalek fährst Du, dem Grenzverlauf folgend, über die S216 in Richtung des deutschen Olbernhau und von dort in nordöstlicher Richtung ungefähr 24 Kilometer nach Sayda.

Von dort geht es zunächst auf die S207 und dann auf der B101 an der Talsperre Saidenbach vorbei nach Wolkenstein. Die Länge dieses Tourabschnitts beträgt in etwa 34 Kilometer. Weiter auf der B101 fährst Du dann zunächst über 14 Kilometer nach Annaberg-Buchholz und dann weiter in das circa 27 Kilometer entferne Breitenbrunn im Erzgebirge. Für den letzten Teil dieses Abschnitts verlässt Du bei Raschau-Markersbach die Bundesstraße linkerhand auf Breitenbrunn zu.

Der letzte Sprung zurück nach Breitenbrunn beträgt 19 Kilometer und führt zurück zur deutsch-tschechischen Grenze und kurz vor Oberwiesenthal zurück auf die anfängliche B95.

Die Gesamtlänge der Tour beträgt 169 Kilometer und ist gut an einem Tag zu schaffen. Wer sich Zeit lassen und die eine oder andere Sehenswürdigkeit am Wegesrand besuchen möchte, teilt die Strecke aber lieber auf mehrere Tage auf, um die Erholung auf zwei Rädern auf wirklich ohne Stress genießen zu können.

Die Sehenswürdigkeiten

Neben den Naturerlebnissen bietet das Erzgebirge zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die mit, teils kürzeren und teils längeren, Abstechern von unserer Route aus gut zu erreichen sind. Die einzelnen Orte vermitteln geschichtliche Eindrücke und erzählen von der Vergangenheit des Erzgebirges, lassen aber auch das Herz jedes Technik- und Motorsportbegeisterten höher schlagen.

Sachsenring

Um den Sachsenring zu erreichen, verlässt man die Route der Tour am Besten bei Annaberg-Buchholz und folgt der B95 bis Burkhardtsdorf und dann der B180 bis direkt an den Ring.

Der Sachsenring gilt als eine der traditionsreichsten Rennstrecken Deutschlands, auf dem seit 1927 Rennen ausgetragen werden. Insbesondere der Motorradsport ist hier beständig zu Hause, so dass bereits 1934 der erste Große Preis von Deutschland für Motorräder hier abgehalten wurde. Seit dem ist der internationale Renncircus regelmäßig am Sachsenring zu Hause. Bereits seit den 1960er Jahren werden sogar wiederholt WM-Läufe der verschiedenen Motorradklassen im Erzgebirge ausgetragen.

Nach der Wende wurde ein Weg gesucht, die Rennstrecke mit neuem Leben zu füllen und in Kooperation mit dem ADAC auch gefunden. Nach zahlreichen Veränderungen der Streckenführung fand 1998 erstmals wieder ein Weltcuprennen auf dem Sachsenring statt und bis heute wird er von einer Vielzahl von Motorsportklassen der Motorräder, aber auch bei Tourenwagenrennen befahren.

Auch wenn bei Deinem Besuch gerade kein Rennen statt findet, ist der Besuch der Rennstrecke für echte Motorrad- und Motorsportfans ein echtes Highlight.

Schloss Augustusburg

Von unserer Touretappe Wolkenstein aus erreicht man den Ort Augustusburg über die Bundesstraßen 101, 174 und 180 in nördlicher Richtung. Da dein Besuch einen durchaus achtbaren Abstecher bedeutet, bietet sich der Besuch von Schloss Augustusburg vor allem bei einer mehrtägigen Tour an.

Schloss Augustusburg – auch wenn der Name mit geschichtsträchtigen Hintergründen geladen scheint, hat ein Besuch weit mehr als geschichtliche Eindrücke zu bieten.

Zwischen 1568 und 1572 unter der Herrschaft des sächsischen Kurfürsten August errichtet, diente das Jagd- und Lustschloss dem Herrscher als Abwechslung von der Regierungsarbeit. Die Lage auf einem 516m hohen Quarzporphyrkegel über dem Zschopautal ist auch heute noch beeindruckend und zeugt von den Ansprüchen des damaligen Souveräns. Die stringente Architektur und konsequente Umsetzung der Leitbilder der Renaissance macht es heute zu einem der schönsten Beispiele für diesen Baustil nördlich der Alpen.

Neben verschiedenen anderen Ausstellungen, wie dem Kutschenmuseum und dem Jagdmuseum, beheimatet die seit 1922 durchgehend erfolgende museale Nutzung ein hochkarätiges Motorradmuseum. Dieses brachte dem Schloss Augustusburg in Szenekreisen schnell den Beinamen „Bikerschloss“ ein. Auf einer Fläche von 1200 m² wird an Hand von 175 Exponaten die Geschichte und Entwicklung der motorisierten Zweiräder seit dem Jahr 1885 dokumentiert und in Szene gesetzt.

Horch Museum

In Zwickau lockt das Horch Museum seine Besucher mit einer Dauerausstellung und verschiedenen wechselnden Angeboten rund um die Geschichte des Automobilbaus im Herzen Ostdeutschlands.

Nach über 10-jähriger Planung konnte im Jahr 1988 eine erste Dauerausstellung in einem ehemaligen Speisesaal der VEB Sachsenring etabliert werden. Nach einer bewegten Geschichte über die deutsche Wiedervereinigung hinaus entstand das August-Horch-Museum in seiner heutigen Form. Getragen von einer gemeinnützigen Stiftung präsentiert es heute in den ehemaligen Gebäuden des Audi-Werks Zwickau auf über 3.000 m² Fläche Automobile und andere Exponate rund um die Automobilfertigung in Zwickau in beeindruckenden Darstellungen.

Aktuell verfügt das Museum über 120 Exponate, von denen in der Dauerausstellung permanent ungefähr 70 Stück zu bestaunen sind. besonders erwähnenswert sind die kleinen Highlights der Ausstellung, die das Arbeitszimmer des Firmengründers August Horch. Hier wird erlebbar, in welcher Umgebung Automobilgeschichte geschaffen wurde.

Neben den Betriebsgebäuden von Audi umfasst die Ausstellung mittlerweile auch ein renoviertes Kontorgebäude der früheren Horch-Werke und die Horch-Villa. Beides führt das Selbstbewusstsein deutlich vor Augen, mit dem August Horch hier früher die Entwicklung namhafter Automobile vorantrieb und auch weit größere Konkurrenten nicht scheute. Auch wenn das Museum überwiegend Fahrzeuge auf vier statt zwei Rädern präsentiert, lohnt ein Besuch für jeden technikbegeisterten Menschen.

Durch die Lage im Stadtgebiet Zwickau und somit inmitten des Tors zum Erdgebirge, eignet sich das Museum besonders als Auftakt oder Abschluss Deiner Tour. Mit der nahegelegenen A72 fällt die Heimfahrt nach den Eindrücken der Automobilausstellung noch leichter und lässt einen die Strapazen der Autobahn noch leichter nehmen.

Fazit

Die Erlebnisse und Eindrücke, die Du im Erzgebirge mit dem Motorrad sammeln kannst, stehen denen bekannter Motorradregionen wie dem Allgäu oder den Alpen in nichts nach. Interessant und abwechslungsreich lässt sich die Tour mit zahlreichen technischen und geschichtlichen Eindrücken gestalten. Auch wenn die einzelnen Besuchsziele etwas weiter ab der eigentlichen Tourroute befinden mögen, bietet sich hier die Gelegenheit, bei einer mehrtägigen Motorradtour die nähere oder auch fernere Heimat zu erkunden.

Route

Start /Ziel Empfehlung Oberwiesenthal

Oberwiesenthal über B95 nach Bärenstein
CZ- Grenze über 219/224/223/7 nach Kalek
weiter über Sayda
Wolkenstein
Annaberg-Buchholz
Breitenbrunn/Erzgebirge
Zurück nach Oberwiesenthal

Distanz: ca. 169 km

Über Redaktion

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